Hinweise zur Durchführung der Blower-Door-Messung
Hinweise
zur Durchführung der Luftdichtheitsmessung-Messung
Voraussetzungen
und Vorbereitungen zur Gewährleistung eines reibungslosen Messablaufs
1 Durchführung der Prüfung
Bei der
Durchführung der Messung wird vom Messteam ein elektrisch betriebenes Gebläse
mit einem einstellbaren Rahmen (Blower Door) in den Rahmen einer geöffneten
Außentür eingespannt. Mit dem Gebläse wird Unterdruck oder Überdruck im Gebäude
erzeugt. Es wird die Luftmenge bestimmt, die bei verschiedenen Druckdifferenzen
zwischen innen und außen durch die Leckagen der Gebäudehülle strömt. Belastung des
Gebäudes: Die bei der Messung verwendeten Prüfdrücke von 10 bis 60 Pascal
entsprechen dem Staudruck auf der Luv-Seite des Hauses bei
Windgeschwindigkeiten zwischen 4 und 10 m/s (bzw. 15 bis 35 km/h). 50 Pascal
entsprechen 5 mm Wassersäule; auf 1 m² Gebäudehüllfläche
lasten 5 kg Gewicht.
2 Messwerte
Die Messergebnisse
werden entsprechend den geltenden Normen dargestellt als Volumenstrom [1/h]
bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (n50). Dies entspricht
dem stündlichen Luftwechsel für das gesamte beheizte Raumvolumen bei Prüfdruck
(auch Luftwechselrate genannt). Die Bezugsgröße ist hier das beheizte
Innenvolumen des Gebäudes. Weiter kann ein auf die Nettowohnfläche bezogener
Wert ermittelt werden: Volumenstrom [m³/m² h] bei einer
Druckdifferenz bei 50 Pascal (NBV50). Das entspricht dem Luftstrom, der pro m² Nettowohnfläche
und Stunde strömt. Diese Messwerte dienen der Einstufung der Dichtheit des
untersuchten Objektes bezüglich der genormten Grenzwerte.
3 Dokumentation der Leckagen
Darüber hinaus
wird während der Untersuchung das Gebäude bei einem Unterdruck von 50 Pascal
begangen. Hierbei wird mit einem Strömungsprüfer die Stärke der Luftströmung im
Bereich der einzelnen Leckagen ermittelt. Ihre Bedeutung wird beurteilt und
Sanierungsmöglichkeiten werden vorgeschlagen. Der Mindestumfang der
Dokumentation ist ein Zertifikat mit Messprotokoll und Grafik und
eine Leckageauflistung. Je nach Auftrag können in Form eines ausführlicheren
Untersuchungsberichts die Art, Lage und Bedeutung der
einzelnen Undichtheiten erfasst und eventuell fotografisch dokumentiert werden.
Des Weiteren werden im Untersuchungsbericht nach Möglichkeit Vorschläge für die
Abdichtung der Fehlstellen gemacht.
4 Bauliche Voraussetzungen (Neubau, Ausbau)
Um zu einer
aussagekräftigen Messung zu kommen, sollten Baufortschritt und Messtermin folgendermaßen
abgestimmt werden:
Das Gebäude sollte
sich in einem Zustand befinden, der weitgehend dem späteren bewohnten Zustand entspricht.
Alle Bauteile und -komponenten, die auf die Dichtheit einen wesentlichen Einfluss haben, sollten angebracht sein.
Das heißt im
einzelnen:
- Die massiven Außenwände sollten innenseitig vollflächig
verputzt sein.
- Die Luftdichtungsschicht im Leichtbaubereich (i. d. R.
PE-Folie) sollte vollständig angebracht sein.
- Luftdichtende Anschlüsse zwischen verschiedenen Bauteilen
(insbesondere an Fenstern und an Übergängen zwischen Holzleichtbau- und
Massivbaubereichen) sollten hergestellt sein.
- Alle Durchführungen durch die Gebäudehülle für Elektro-,
Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsinstallationen sollten ausgeführt sein.
Andererseits kann die Dichtheitsprüfung durchaus unabhängig von folgenden
Baumaßnahmen durchgeführt werden:
- Anbringen von Innenputz
- Einbringen der Fußbodendämmung, des
Estrichs und des Bodenbelags
- Einbau der Sanitärobjekte und der haustechnischen Anlagen,
wenn die zugehörigen Durchbrüche durch die Gebäudehülle bereits ausgeführt sind
(s. o.)
- Montage von Steckdosen, Schaltern etc.
5 Messung zur Durchführung von Nachbesserungen
Alle Stellen, die
erfahrungsgemäß die gravierendsten Quellen für Leckagen sind, sollten noch
zugänglich sein, damit nach Durchführung des Tests noch Nachbesserungen möglich
sind. Das heißt vor allem, dass die raumseitige Verkleidung im
Holzleichtbaubereich (und ggf. die innere 2. Dämmschicht) noch nicht eingebaut
sein sollte.
6 Messung an Mehrfamilienhäuser oder Gebäuden mit Brandabschnitten
Für die
Beurteilung der Dichtheit des Gebäudes wird nach Möglichkeit das Gesamtgebäude
als Luftverbund gemessen (Öffnen aller Wohnungs-/Trenntüren). Wenn das Gebäude
zu groß oder zu undicht für die Gebläseleistung ist, bietet sich der Einsatz
weiterer Messgebläse an. Daneben müssen einzelne Wohnungen/ Brandabschnitte
auch gegeneinander luftdicht sein (Schall- und Rauchschutz, Hygiene, Funktion der
Lüftungsanlagen). Dazu bietet sich die Messung einzelner Wohneinheiten an.
7 Vorbereitungen am Gebäude
Für die Montage
der Blower Door muss eine Außentürzarge oder eine andere Öffnung mit einer
umlaufenden, glatten Fläche zur Verfügung stehen. Die umlaufende Fläche muss
eine Tiefe von mindestens 2 Zentimeter haben. Die Maße von geeigneten Öffnungen
haben eine Breite von 60 bis 110 cm und eine Höhe von 130 bis 240 cm.
Damit auch die
Schließfugen der Eingangstür (Haus-, Wohnungstür) begutachtet werden können,
ist als Einbauort z.B. eine Terrassentür sinnvoll. Raumluftabhängige
Wärmeerzeuger innerhalb des gemessenen Gebäudeteils sind stillzulegen, Asche aus
Feststoffbrennstellen zu entfernen. Die Innentüren werden geöffnet, so dass ein
Luftverbund vorhanden ist. Alle Bauteile der Gebäudehülle (Wand, Dach, Boden,
Fenster) sollten von innen gut zugänglich sein. Bei Bedarf ist eine Leiter oder
ein Gerüst bereitzustellen.
8 Der Zustand des Gebäudes
Der Zustand des
Gebäudes sollte dem Zustand während der Jahreszeit entsprechen, in der
Heizungs- und Klimaanlagen benutzt werden. Alle absichtlich vorhandenen
Öffnungen in der Gebäudehülle (Türen, Fenster, Kaminzug) werden geschlossen
oder abgedichtet.
- Geschlossen oder verklebt werden:
- alle verschließbaren Öffnungen in der Gebäudehülle
- Abflüsse, die noch nicht durch Wasser im Syphon abgedichtet
sind
- die Ansaug- und Ausblasöffnungen der Lüftungsanlage(n)
- die Zuluftventile in Außenwänden.
- Nicht geschlossen oder verklebt werden sollten z. B.
- Briefkastenschlitze in der Haustür
- die Ofentür eines Kachelofens
- das Abgasrohr einer Therme
- eine Dunstabzugshaube ohne Verschlussklappe
- Temporäre Abdichtungen
Bei allen
Öffnungen, die den aktuellen vom fertigen Bauzustand unterscheiden, sind
sinngemäß Abklebungen vorzunehmen (i. d. R. mit Baufolie und breitem Klebeband).
Türen und Luken werden mit Platten oder Folien verschlossen. Diese Abdichtungen
werden im Protokoll vermerkt.
9 Erforderliche Unterlagen für die Messung
- Berechnung des belüfteten Innenraumvolumens entsprechend dem endgültigen
Bauzustand (incl. Treppenhaus, ohne Volumen der Innenwände und Decke,
Fensternischen und Türdurchbrüche)
- Berechnung der Netto-Wohnfläche
- Ein Satz Hauspläne (Grundrisse, Ansichten, Schnitte), möglicht
im Maßstab 1:100
Diese
Unterlagen werden bei Bedarf auch durch uns erstellt.
10 Sonstige Randbedingungen
Um eine
ordnungsgemäße Messung zu gewährleisten, sollte der Baubetrieb während ihrer
zirka 2-stündigen Dauer (Einfamilienhaus) ruhen. Reine Innenarbeiten, z.B.
Malerarbeiten, können jedoch unbehindert fortgeführt werden. Im Interesse einer
ausreichenden Messgenauigkeit kann der Test nicht an Tagen mit windigem Wetter
durchgeführt werden.
11 Auswertung vor Ort
Wenn die obigen
Voraussetzungen erfüllt sind und die genannten Vorbereitungen bis zum
Messtermin korrekt ausgeführt wurden, ist es möglich, noch während des
Prüftermins einen exakten Wert der Luftwechselrate bei 50 Pa zu ermitteln.